Johannesburg

Johannesburg – von der Problemstadt zur trendigen Kulturmetropole

Knapp eine Millionen Einwohner zählt Johannesburg, das wirtschaftliche Zugpferd Südafrikas. Goldfunde in der Umgebung waren der eigentliche Antrieb für die Gründung der Stadt, die sich in einer sonst unbedeutenden Lage befindet. Die reichen Vorkommen sorgten auch für Spannungen und gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen den niederländischen Buren und dem British Empire, das ab 1910 die Kontrolle übernahm.

Heute ragen vor allem im Finanzzentrum Sandton und im Stadtteil Hillbrow die Wolkenkratzer in den Himmel. Der Fernsehturm Hillbrow Tower ist ein wichtiger Orientierungspunkt. In diesem Viertel befinden sich die größte Kunstgalerie des Afrikanischen Kontinents sowie das Verfassungsgericht des Landes. Gleich daneben steht das Old Fort, das während des Apartheid-Regimes als Gefängnis diente. Eine Ausstellung lässt ehemalige Häftlinge zu Wort kommen. Bereits aus der Luft sind die riesigen Ausmaße von Soweto zu erkennen, dem Township im Westen Johannesburgs. Bei einer Tour in diesen dicht besiedelten Stadtteil könnt ihr unter anderem das Haus Nelson Mandelas besichtigen, der in Johannesburg starb.

Das milde Klima macht Johannesburg perfekt für einen Städtetrip. Am angenehmsten ist es im Frühling und Herbst. Die Sommer sind aufgrund der Lage auf der Südhalbkugel am kältesten, dann können die Temperaturen schon einmal auf 4° Celsius sinken. Von Oktober bis März fällt der meiste Regen und das Quecksilber erreicht Höchstwerte von 26° Celsius.

Öffentliche Verkehrsmittel sind vorhanden, jedoch für Touristen nicht empfehlenswert. Taxis gibt es nicht viele und diese sind überraschend teuer. Ihr könnt Apps wie Uber benutzen, aber diese fahren nicht überall hin – auch aus Angst vor dem Zorn der „richtigen“ Taxifahrer. Wenn ihr länger in Johannesburg bleibt, solltet ihr ein Auto mieten. Die Preise sind überschaubar und auch Benzin ist günstig zu haben. Der Liter kostet nur etwa 1 Euro.

Trotz der enormen wirtschaftlichen Bedeutung Johannesburgs ist der Kontrast zwischen Arm und Reich erschreckend: Das Stadtzentrum galt vor allem in der Zeit nach dem Zusammenbruch des Apartheid-Regimes als Brutstätte der Kriminalität. Seitdem hat sich jedoch viel verändert: Tagsüber seid ihr in der Innenstadt relativ sicher, wenn ihr keinen teuren Schmuck zur Schau stellt und menschenleere Nebengassen meidet. Die Sicherheit hat sich dank hoher Polizeipräsenz und Videoüberwachung enorm verbessert. Der schlechte Ruf, die gefährlichste Stadt der Welt zu sein, hallt jedoch noch nach, und so gilt Johannesburg nicht als typisches Touristenziel. Die meisten Urlauber nutzen die Stadt als Ausgangspunkt, um die Nationalparks Südafrikas zu besuchen.

Dabei ist Johannesburg super geeignet, um die südafrikanische Geschichte kennenzulernen. Daneben existieren eine pulsierende Kunstszene sowie beste Einkaufsmöglichkeiten. Nach den turbulenten 80er und 90er Jahren präsentiert sich das „neue“ Johannesburg als hip, selbstbewusst und multikulturell. Das gilt nicht nur für die Menschen, sondern auch für die kulinarische Vielfalt: Trendige Coffee Shops findet ihr hier genau so wie indische und pakistanische Restaurants sowie Delikatessen aus ganz Afrika, darunter aus Äthiopien, Eritrea und dem Kongo. Genug Gründe also, um der „Goldenen Stadt“ eine Chance zu geben.

Krüger Nationalpark


Absolut faszinierend

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Fast jeder kennt ihn aus Tierdokumentationen, den Nationalpark im Nordwesten Südafrikas. Mit 20.000 Quadratkilometern, das ist die achtfache Fläche des Saarlands, ist der Kruger-Nationalpark das größte Schutzgebiet auf dem Afrikanischen Kontinent. Die Big Five, also Elefant, Nashorn, Büffel, Löwe und Leopard, stellen nur einen Bruchteil der 150 Säugetiere im Park dar. Was läge da näher als den Safari-Hut aufzusetzen und loszudüsen? Das geht von Johannesburg aus erfreulich einfach: Nur 4,5 Stunden Fahrtzeit, ein Klacks für afrikanische Verhältnisse, braucht ihr bis zum südlichen Rand des Nationalparks. In weiteren 8 Stunden gelangt ihr zum Norden des Parks. Das Schöne: Ihr braucht nicht einmal ein Allrad-Vehikel, da ihr auch von den asphaltierten Straßen aus eine Vielzahl von Tieren seht. Diese kommen euch ganz nahe. So kann es vorkommen, dass auf einmal ein Elefant neben dem Auto steht oder eine hundertköpfige Büffelherde die Straße überquert. Das sind einmalige Augenblicke, über die man sich mit den wenigen Touristen im Park beim Vorbeifahren austauscht. Die Artenvielfalt ist so groß, dass ihr locker mehrere Tage im Park verbringen könnt, ohne euch zu langweilen. Nur ausreichend Wasser sowie Mückenschutzmittel solltet ihr mitbringen. Abends übernachtet ihr in der Nähe des Parkeingangs, davor solltet ihr jedoch noch dabei zusehen, wie die Sonne hinter den Affenbrotbäumen am Horizont untergeht. Der Krüger Nationalpark öffnet seine Tore von Oktober bis März um 05:30 Uhr, zwischen April und September um 06:00 Uhr. Ca. 17 Euro pro Person sind an den Eingängen zu entrichten.

Nelson Mandela Square


Shopping - wer es mag

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In ganz Südafrika, aber besonders in Johannesburg, wird das Andenken an den früheren Präsidenten und Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela in Ehren gehalten. Davon zeugt besonders die 6 Meter hohe Statue des berühmten Südafrikaners auf dem Nelson Mandela Square. Der Platz im Stadtteil Sandton ist nicht besonders groß, bietet dafür aber eine Fülle an Einkaufsmöglichkeiten. Hier befindet sich die Sandton City Mall, mit 400 Geschäften eines der größten Einkaufszentren des Kontinents – und eines der teuersten. In den Luxusboutiquen tobt sich die wohlhabende Bevölkerung Johannesburgs aus, daneben lassen die Restaurants auf dem Square keine kulinarischen Wünsche offen: Ausgezeichnete Steaks serviert Trumps Grillhouse, aber auch Burger und Sushi sowie italienische, griechische und thailändische Küche stehen hier zur Auswahl. Zu günstigen Preisen speist ihr im weitläufigen Food Court der Sandton City Mall. Hotels und Kinos komplettieren das Angebot rund um den Nelson Mandela Square, und das Schöne: Auf dem gesamten Platz steht kostenloses WLAN zur Verfügung. Dank seiner Springbrunnen und den Skulpturen, die abends beleuchtet werden, ist der Square auch etwas für das Auge. Setzt euch einfach in eines der Cafés und genießt die Wärme der Sonne, während ihr die Leute beim Vorbeigehen beobachtet. Der Nelson Mandela Square ist dank der guten Sicherheitslage ein beliebter Treffpunkt, auch für Leute, die nichts einkaufen wollen.