Hongkong

Hongkong – zwischen Hightech, Tempeln und Natur

Höher, schneller, weiter – das könnte das Motto Hongkongs sein, einer Sonderverwaltungszone im Süden Chinas. Hongkong ist einer der wichtigsten Handelszentren Asiens und die Stadt mit den meisten Wolkenkratzern weltweit. Doch die Finanzmetropole hat sich unlängst auch dem Tourismus zugewandt. Und das zu Recht, denn Hongkong ist eine pulsierende Megacity, die noch mehr zu bieten hat als hektische Innenstädte. Das „New York Asiens“ teilt sich in drei Gebiete auf: An der Grenze zur Volksrepublik China liegen die New Territories. Weiter südlich erstreckt sich der dicht besiedelte Stadtteil Kowloon. Hier befindet sich das höchstgelegene Hotel der Welt sowie der ikonische Hong Kong Clocktower – Überbleibsel der britischen Kolonialmacht, die Hongkong über 100 Jahre lang regierte. Der Blick fällt unweigerlich auf den Victoria Harbour und die Sklyline auf der anderen Seite der Bucht. Dort im Finanzdistrikt Central ragen futuristische Stahl- und Glaskolosse wie der 367 Meter hohe Bank of China Tower in den Himmel. Das Schöne: Bei einem Stadtbummel könnt ihr eure Füße schonen. Fahrt einfach mit dem Central Mid-Levels Escalator, der längsten überdachten Rolltreppe der Welt. Ganze 20 Minuten dauert die Fahrt - wenn ihr nicht vorher aussteigt, weil ihr ein interessantes Geschäft entdeckt habt. Ein buntes Einkaufserlebnis mit garantierter Reizüberflutung versprechen die Märkte von Temple Street und Lady Street. Bei den Straßenständen könnt ihr für wenig Geld die Spezialitäten Hongkongs probieren. Abends geht es in das Partyviertel Lan Kwai Fong – beliebt bei Einheimischen und Expats gleichermaßen.

In Hongkong existieren knallharter Kapitalismus und tiefe Religiosität nebeneinander: Kaum ein paar Schritte könnt ihr gehen, ohne dass euch der Duft der Räucherstäbchen um die Nase weht. Über 600 Tempel beherbergt die Stadt, von kleinen Hinterhof-Schreinen bis zu großen Komplexen wie dem Man Mo Tempel mit seinen kunstvollen Wandmalereien und den duftenden Spiralen aus Sandelholz. Hongkong ist nur wenig größer als Berlin. Aufgrund des bergigen Terrains leben die 7,4 Millionen Einwohner jedoch auf einer kleinen Fläche. Das macht Hongkong zu einer der am dichtesten besiedelten Städte der Welt. Wie gut, dass es Oasen der Ruhe in dieser Megacity gibt, zum Beispiel den Victoria Garden, wo ihr den Einheimischen beim Tai Chi zusehen könnt. Überraschend für die meisten Besucher ist, dass 40% der Fläche Hongkongs aus malerischer Natur besteht. Nur eine halbe Stunde Busfahrt liegen etwa zwischen Central Hongkong und dem idyllischen Strand von Shek O mit seinem feinen Sand. 200 Inseln gehören zum Stadtgebiet von Hongkong, darunter Lama Island, auf der ihr schwimmen, traditionelle Dörfchen erkunden und durch die geschwungenen Hügel wandern könnt.

Hongkong ist für seine exorbitanten Lebenshaltungskosten bekannt. Das treibt auch die Hotelpreise in die Höhe. Weitere Schattenseiten sind die Besuchermassen bei den Touristenattraktionen und die hohe Schadstoffbelastung. In den Sommermonaten herrscht eine kaum erträgliche Luftfeuchtigkeit von bis zu 97%. Zum Glück bietet die Stadt genug interessante und klimatisierte Museen, in die ihr euch vor der Hitze flüchten könnt. Trotz einiger Probleme: Die vielen Sehenswürdigkeiten, ein exzellentes Verkehrsnetz, unkomplizierte Visabestimmungen und die guten Englischkenntnisse der Locals machen Hongkong zum perfekten Reiseziel, um Großstadtluft zu atmen und komfortabel in die chinesische Kultur hinein zu schnuppern.

Victoria Peak


Traumausblick aber Touristenhochburg

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Den wohl schönsten Blick auf die Stadt erhascht ihr auf dem Victoria Peak – mit 552 Metern der höchste Berg auf Hong Kong Island, und auf jeden Fall der populärste. Die Hänge des Hügels waren aufgrund des angenehmen Klimas ein beliebter Rückzugsort für britische Kolonialbeamte. Heute leben dort die Reichen und Schönen Hongkongs. Auf einer Wanderung, mit dem Zug oder mit der Trambahn erreicht ihr den Peak Tower, eine Aussichtsplattform auf dem Gipfel. Von dort könnt ihr gut sehen, wie sich die Hochhausschluchten Hongkongs um die grünen Hügel schlingen, während winzig kleine Schiffe im Victoria Harbour kreuzen. Neben Restaurants und Shops befindet sich auf dem Peak auch das Wachsfigurenmuseum Madame Tussauds, in dem ihr mit Prominenten auf Tuchfühlung gehen könnt. An schönen Tagen müsst ihr mit Massen an Touristen rechnen, darum lohnt sich ein Besuch in den frühen Morgenstunden. Oder ihr wagt euch gleich richtig hoch hinaus: Der inaktive Vulkan Tai Mo Shan im Norden stellt mit seinen 957 Metern den Victoria Peak locker in den Schatten. Zwar nimmt der Aufstieg durchschnittlich 2 Stunden in Anspruch, er ist jedoch auch für ungeübte Wanderer zu bewältigen. Noch dazu müsst ihr das grandiose Panorama auf dem Gipfel mit weniger Touristen teilen.

Bid Buddha


Viele Stufen bis nach oben

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Majestätisch thront er in der malerischen Gebirgslandschaft von Lantau Island – der große Buddha des Klosters Po Lin. 34 Meter hoch ist der 250 Tonnen schwere Koloss, bei seiner Erbauung die größte sitzende Buddhastatue der Welt. Auf einer Lotusblüte meditierend wacht der Erleuchtete über Besucher, die sich die 268 Treppenstufen hoch quälen – besonders im schwülen Sommer eine Tortur. Doch die Anstrengung lohnt sich, denn von dort oben habt ihr eine herrliche Aussicht auf Lantau und die Bucht von Hongkong. Noch dazu ist der Eintritt kostenlos. Sechs kleinere Statuen, Verkörperungen buddhistischer Tugenden, umgeben die große Staute, die jedes Jahr tausende Besucher anzieht. Da kann es schon einmal laut und voll werden. Das extra errichtete Dorf mit seinen Starbucks und Subway-Filialen bietet wenig asiatisches Flair. Ursprünglicher geht es auf dem angrenzenden Wisdom Path zu, einem meditativen Wanderweg in den Hügeln von Ngong Ping. Und wer weiß – vielleicht verschaffen euch die Verse des Herz-Sutras, die in die Holzstelen am Wegesrand geritzt wurden, sogar ein wenig Erleuchtung. Sehenswert sind auch das Kloster Po Lin sowie das Innere des Big Buddha: Der Sockel der Statue beherbergt eine dreistöckige Ausstellung mit kostbaren buddhistischen Reliquien. Eine besonders schöne Sicht auf den bronzenen Riesen genießt ihr bei einer Fahrt mit der Seilbahn. Fünf Kilometer geht es hoch über bewaldeten Hügeln nach Ngong Ping. Ob das schöne Panorama den Einzelpreis von umgerechnet 18 Euro rechtfertigt, müsst ihr selbst entscheiden. Immerhin könnt ihr den günstigen Bus zurück nehmen.